Königin der Tankauflieger

Lesezeit: ca. 3 Minuten
Text: Till Homrighausen
Fotos: Joachim Stretz

Ein Fahrzeughersteller aus Leverkusen mischt die Branche ordentlich auf. Sätze wie „Das haben wir immer schon so gemacht“ sind bei der SEKA Group tabu. Das Unternehmen hat sich spezialisiert auf die Produktion von Lebensmitteltanks – mit enormen Gewichtseinsparungen, kurzen Lieferzeiten und vor allen Dingen mit vielen Emotionen.

„Warum bauen wir Nutzfahrzeuge?“ Dragan Stanojlovic stellt die Frage in den Raum, und man merkt an seinem herausfordernden Blick, dass ihm die Antwort schon auf der Zunge liegt. Der Inhaber der Leverkusener SEKA Group fällt nicht durch Zurückhaltung auf, und genau das ist sein Konzept. „Wir bauen Nutzfahrzeuge, weil wir den gesamten Markt verändern wollen. Wichtig ist, dass jeder meiner Mitarbeiter weiß, warum wir tun, was wir tun: Aus Leidenschaft“, betont Stanojlovic. Dass diese Worte keine Floskeln sind, daran besteht kein Zweifel, wenn man den Geschäftsführer des Tankerherstellers auf seinem Werksgelände erlebt. Während er im Vorbeigehen den Bau der neuen Kantine instruiert, steht sein Handy kaum still. Trotzdem lässt er es sich nicht nehmen, sich in den Gabelstapler zu schwingen und damit nebenbei ein paar Auflieger zu rangieren.

Emotionale Bindung zum Produkt

Dragan Stanojlovic begann seine Karriere im Nutzfahrzeugbereich als Händler. „Ich habe Fahrzeuge an Kunden vermittelt. Mich störten damals schon die enormen Lieferzeiten der Hersteller – und, dass mir ständig gesagt wurde: ‚Das geht so nicht.‘ Für meine Begriffe wurde zu wenig auf die Kundenbedürfnisse eingegangen.“ Sein Ehrgeiz war geweckt, 2011 stand der erste selbstgebaute SEKA Auflieger auf der Messe transport logistic in München. Inzwischen fertigen 18 Mitarbeiter in einem Industriegebiet im rheinischen Leverkusen über 100 Satteltanks für flüssige Lebensmittel pro Jahr.

»Wenn unsere Kunden erfolgreich sind, dann ist es SEKA auch.«

Dragan Stanojlovic, Inhaber der SEKA Group

Stolz sind er und sein Team bis heute auf die Kundenzentrierung. „Der höchstmögliche Ertrag unserer Kunden und Partner liegt uns besonders am Herzen. Wenn unsere Kunden erfolgreich sind, dann ist es SEKA auch“, so Stanojlovic. Um echten Mehrwert zu bieten, geht das für Nutzfahrzeug-Verhältnisse junge Unternehmen in jedes noch so kleinste Detail. „Die Anforderungen des Marktes sind groß, vor allen Dingen kommen sie von verschiedenen Anspruchsgruppen, die wir alle perfekt bedienen wollen. Fahrer, Disponent, Fuhrparkleiter, Geschäftsführer – jeder soll einen echten Nutzen von unseren Produkten haben“, erklärt Dragan Stanojlovic. Um am Ende das bestmögliche Ergebnis zu liefern, durchläuft jeder Mitarbeiter jeden Prozess im Unternehmen mindestens einmal. „Ich will, dass hier jeder jeden Schritt versteht“, macht Stanojlovic klar, „denn nur dann kann man eine emotionale Bindung zum Produkt aufbauen. Meine Angestellten arbeiten, wenn es sein muss, auch mal freiwillig bis in die Nacht. Alle haben Bock auf unsere Produkte.“

Queen of Tank Trailers

Dass Dragan Stanojlovic auch von seinen Kunden erwartet, dass sie sich mit der SEKA Philosophie auseinandersetzen, überrascht nicht. „Wenn man sich partnerschaftlich puscht, dann hilft man sich gegenseitig, jeden Tag besser zu werden. Wenn jemand unser Konzept nicht nachvollziehen kann, dann ist er nicht unser Kunde.“ Genauso verhält es sich auch mit den Zulieferern. Stanojlovic weiß genau, was er fordern muss: „Ein Fahrzeug bauen kann jeder. Bei uns geht es darum, dass wir im Zusammenspiel mit den Lieferanten das bestmögliche Endprodukt bauen. Wir setzen auf die Kernkompetenzen unserer Partner und verwenden nur die besten Komponenten – vom Lack bis zum Fahrwerk.“ Die neueste Errungenschaft aus dem SEKA Lager ist der „Superleggera“-Tankauflieger.

Als „Queen of Tank Trailers“ bezeichnet der Fahrzeugbauer seine Auflieger. Hier haben es die Leverkusener besonders genau genommen. Der Edelstahltank ist nicht nur optisch ein Hingucker: Das Dreikammerfahrzeug ist mit fünfeinhalb Tonnen bei 31.000 Litern Fassungsvermögen ein Leichtgewicht. Hierfür haben die SEKA Konstrukteure unter anderem auf innovative Produkte von BPW Bergische Achsen gesetzt. „Das Airlight II-Fahrwerk mit Aluminium-Nabe und der superleichten Lenkerfeder LightTube ist die beste Lösung, die wir uns unter dem Fahrzeug vorstellen können“, erläutert Stanojlovic.

Fahrzeugbauer SEKA setzt auf die Lösung des Fahrwerksspezialisten BPW.

Um mit dem „Superleggera“-Auflieger den Kunden aber nicht nur über das enorm geringe Eigengewicht den größtmöglichen Vorteil zu liefern, setzt der Fahrzeugbauer aus Leverkusen auch noch auf eine andere Lösung des Fahrwerksspezialisten BPW: Das Reifendruck-Regelsystem AirSave. Unabhängig von den Einsparungsmöglichkeiten, die der richtige Reifendruck bei Verschleiß und Kraftstoffverbrauch bietet, sieht Stanojlovic noch weitere Vorteile für Betreiber, Disponent und Fahrer: „AirSave ist eine Erleichterung für alle, die in den Transportprozess eingebunden sind. Anfahrschäden an Reifen beispielsweise lassen sich kaum verhindern. Das häufig darauffolgende Liegenbleiben auf der Autobahn aber schon. Mit autarkem Nachpumpen schafft man es noch rechtzeitig in die Werkstatt. Das nimmt Druck von allen Beteiligten.“

Dragan Stanojlovic sieht für Betreiber, Disponent und Fahrer Vorteile des BPW Reifendruck-Regelsystems: „AirSave ist eine Erleichterung für alle, die in den Transportprozess eingebunden sind.“

Mehrwerte schaffen – bestenfalls mit jeder Schraube. Geschäftsführer Stanojlovic will für seine Geschäftspartner alles möglich machen: „Wir wollen Teil des Erfolgs unserer Kunden sein. Ich schaue mir täglich jeden Prozess bei uns an, um ihn immer weiter zu verbessern.“ Sein Anspruch an sein Unternehmen ist groß. Lieferzeiten von höchstens vier Monaten sind sein erklärtes Ziel. Wenn es mal schneller gehen muss und ein Spediteur sofort ein Fahrzeug benötigt, greift er auf seine Vermietflotte von über 100 Satteltanks zurück. 364 Tage im Jahr seien er und seine Angestellten für die SEKA Kunden da. „Einen Tag brauchen sie ja, um anzurufen und herzukommen“, feixt er. „’Don’t change your dream, change the world‘ – nach diesem Motto lebe ich“, so Dragan Stanojlovic. Man glaubt ihm aufs Wort.

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