Gut kombiniert: Logistik quer durch Europa

Lesezeit: ca. 5 Minuten
Text: Dilsad Budak, Seda Türkyilmaz
Fotos: Ekol Group

Seit Jahren zählt Ekol zu den am schnellsten wachsenden Logistikunternehmen in Europa – vor allem dank einer innovativen Firmenpolitik, die ebenso kundenorientiert wie zukunftsgerichtet ist.

Das Ziel des türkischen Unternehmens klingt ehrgeizig: „Wir wollen einer der größten intermodalen Logistikdienstleister in Europa sein“, so beschreibt es Arzu Akyol Ekiz, geschäftsführende Direktorin von Ekol in der Türkei. Und das ist keinesfalls überheblich, denn das internationale Unternehmen hat auch einiges vorzuweisen: Ekol ist als firmenexterner Dienstleister, der Transport, Warenlagerverwaltung, Lagerung, Zollabwicklung und grüne Logistik anbietet, heute nicht nur auf türkischen Straßen präsent, sondern in ganz Europa. Einen großen Wettbewerbsvorteil bietet die intensive Arbeit in der eigenen Abteilung für Forschung und Entwicklung (FuE). Mehr als 120 Mitarbeiter sind dort damit beschäftigt, viele innovative Ideen mit eigenem Know-how zu entwickeln und umzusetzen.

»Unser Ziel ist es, einer der größten intermodalen Logistikdienstleister in Europa zu sein.«

Arzu Akyol Ekiz, geschäftsführende Direktorin Ekol Türkei

Der heutige Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber Ahmet Musul hat Ekol vor 30 Jahren gegründet. Nachdem er zuvor in der Logistikbranche angestellt gewesen war, machte er sich im Jahr 1990 mit einer Handvoll Mitarbeiter selbstständig, um eigene Ideen umzusetzen. Zunächst baute er eine große Lkw-Flotte auf, danach weitete er das Geschäft auf die Bereiche Luft- und Seefracht aus. 1996 gründete Musul mit einer deutschen Niederlassung den ersten Standort im Ausland. Heute ist Ekol mit Tochtergesellschaften in 13 Ländern präsent – und wächst beständig weiter.

Starkes Wachstum trotz Krise

Der schnelle Erfolg in Europa gelang Ekol nicht nur durch seine Transportwege, sondern auch aufgrund seiner Qualitätsstandards. Zwischen Istanbul und Europa unterhält das Unternehmen zwei Hauptkorridore. Die beiden Strecken werden außerhalb der Türkei größtenteils intermodal bedient. Die südliche Route geht über das Mittelmeer, vom Port of Sete in der Nähe von Montpellier nach Izmir. Die zweite Route verläuft von Istanbul nach Triest in Norditalien. Von dort aus gibt es drei Blockzuglinien: nach Köln, Ludwigshafen und Ostrava an der tschechisch-polnischen Grenze.

Dank einer innovativen Firmenpolitik erreichte Ekol zuletzt einen Umsatz von fast 600 Millionen Euro. Doch seit der Krise im Sommer 2018 hat die türkische Währung rund 30 Prozent ihres Werts verloren, was das Geschäft stark beeinträchtigt. Ekol-Sprecherin Akyol Ekiz ist dennoch zuversichtlich: „Aufgrund der wirtschaftlichen Schwankungen mussten wir einige Maßnahmen ergreifen und auf effizientere und schnellere Geschäftsmethoden umsteigen. So arbeiten wir zum Beispiel daran, die Umsätze unserer Auslandsbüros und Partnerorganisationen für Importtransporte zu steigern.“

Nordischer Zuwachs

Um den Bedürfnissen seiner Kunden auch im skandinavischen Raum besser gerecht zu werden, hat Ekol Anfang 2018 eine Niederlassung in Schweden eröffnet. Unter dem Namen Ekol Nordics werden die Transporte direkt aus der Göteborger Service-Zentrale abgefertigt. Im Angebot sind Teilladungen (LTL), Komplettladungen (FTL) und Sammelgutverladungen. Das schwedische Büro organisiert insbesondere die Transporte für die Bereiche Automobil, Elektronik sowie Papier und Holz.

Dank der schwedischen Niederlassung ist Nordeuropa nun enger mit der Türkei sowie den anderen Ekol-Ländern vernetzt. Bis Ende 2020 ist in Schweden ein Umsatz von 30 Millionen Euro geplant.

Moderne Warenlager

Wenn es um Kundenbedürfnisse geht, scheut Ekol keine Kosten für große Investitionen. Im Frühjahr 2018 ging die jüngste und bislang innovativste Logistikhalle in der Region Sekerpinar in Betrieb. Mit einer Fläche von mehr als 220.000 Quadratmetern ist „Lotus“ das größte Warenlager der Türkei. Doch dieser Titel allein reicht Ekol nicht. Mit den Zertifizierungen ISO 9001, ISO 14001, OHSAS 18001 und LEED wurde „Lotus“ 2019 mit dem renommierten FSR-Zertifikat der Transported Asset Protection Association (TAPA) für hohe Sicherheitsstandards ausgezeichnet. Es ist eines der größten Warenläger in Europa, im Nahen Osten und in Afrika, das mit diesem Preis prämiert wurde.

Geschäftsführerin Arzu Akyol Ekiz ist vom Giganten begeistert: „Unser Lager ist so groß wie 30 Fußballfelder. Mehr als 1.300 Mitarbeiter wickeln dort Lager-, Transport-, Zollabfertigungs- und nationale Vertriebsdienste ab.“ Insgesamt ist das dreigeschossige Lager 40 Meter hoch, außerdem verfügt es über insgesamt 247 Rampen und vier Eingänge. Das umweltfreundliche Lager wurde gemäß dem amerikanischen Feuerschutz-Standard der National Fire Protection Associaton (NFPA) gebaut.

Doch damit nicht genug. „Derzeit bereiten wir uns auf eine neue umweltfreundliche Energieinvestition im ,Lotus‘ vor: Solaranlagen, verteilt über eine Fläche von 35.000 Quadratmetern, sollen die Hälfte unseres Strombedarfs decken“, verkündet Akyol Ekiz stolz.

Ekol besitzt mehr als 6.000 umweltfreundliche Verkehrsmittel, darunter Abschleppfahrzeuge, Anhänger und Container.

Starker Partner

Auf der Straße disponiert Ekol mittlerweile mehr als 6.000 Transportmittel. Besonders aktiv ist das Unternehmen aber im intermodalen Verkehr. Wöchentlich organisiert es 52 Ganzzüge – also Güterzüge, die vom Start- zum Zielbahnhof als Einheit (identische Wagengattungen, gleicher Versender und Empfänger) verkehren – zwischen dem Hafen Triest sowie West- und Mitteleuropa, wobei ausschließlich eigene Megatrailer unterwegs sind. Gespeist werden diese Züge durch RoRo-Schiffe, sprich Transportschiffe für rollende Ladung, die seit Ende 2017 im Hafen Yalova andocken können.

Alexander Wolter ist bei BPW Bergische Achsen seit Ende 2018 als Key Account Manager zuständig für Großkunden des Nutzfahrzeug-Zulieferers aus Wiehl. Er schätzt die Partnerschaft mit dem türkischen Dienstleister sehr: „Ekol hat natürlich höchste Ansprüche an unsere Lösungen und gemeinsam mit den Kollegen sorgen wir dafür, dass wir diesen auch gerecht werden. Den Kern der Zusammenarbeit bilden dabei Offenheit und das Interesse an Innovationen. Derzeit testen wir beispielsweise Beleuchtungskomponenten aus dem Programm von Ermax, einer Marke der BPW Gruppe, und sind gespannt auf die Ergebnisse.“ Die enge Partnerschaft wird zudem durch den Kontakt mit den drei Ekol-Niederlassungen in Köln, Mannheim und München unterstützt.

„Ekol ist einer unserer wichtigsten Partner“, unterstreicht auch Hüseyin Akbas, Geschäftsführer der türkischen BPW Tochter BPW Otomotiv mit Sitz in Istanbul. „Das Unternehmen befindet sich in einem beständigen Wachstum. Die Qualität seiner Dienstleister sowie deren Innovationsfähigkeit und Zuverlässigkeit sind deshalb besonders wichtig.“ Wenn ein Fahrzeug dennoch einmal ein Problem hat, muss es schnell gehen. Um die Mobilität der Ekol-Flotte zu garantieren, müssen geschulte Werkstätten und die richtigen Ersatzteile immer verfügbar sein. „Unser weltweites Service-Netz mit über 3.200 Partnern und Originalersatzteil-Versorgung für hohe Verfügbarkeit und schnelle Wartung hat überzeugt“, erklärt Akbas.

Nachhaltig und grün

Das Unternehmen setzt eine nachhaltige Strategie in allen Bereichen um. Ein Beispiel sind die Ganzzüge, die dreimal täglich auf der Strecke von Triest nach Ludwigshafen unterwegs sind. Durch die intermodalen Lösungen, also der Kombination aus Lkw, Zug und Schiff, spart Ekol monatlich fünf Millionen Kilogramm CO2 und vier Millionen Liter Kraftstoff ein. Seit der neue Hafen in Yalova in Betrieb genommen wurde, legen die RoRo-Schiffe nicht mehr im Herzen der Metropole an, und die Zahl der Lkw, die die chronisch verstopften Straßen belasten, sank um Hunderttausende. Die Bemühungen zahlen sich aus: Ekol hat bereits mehrere Auszeichnungen für Nachhaltigkeit bekommen, unter anderem den Titel „Nachhaltiges Logistikunternehmen“ von Bureau Veritas, den Eco Performance Award sowie die Ehrung als „Green Office“ von der türkischen Organisation des WWF.

Ekol Group

Die 1990 von Ahmet Musul gegründete Ekol Group beschäftigt über 8.000 Mitarbeiter. Auf einer Lagerfläche von mehr als einer Million Quadratmetern bietet das multinationale Unternehmen flexible und effiziente Logistiklösungen an. Mit den Niederlassungen in der Türkei, in Deutschland, Italien, Griechenland, Frankreich, in der Ukraine, in Rumänien, Ungarn, Spanien, Polen, in der Tschechischen Republik sowie in Slowenien und Schweden ist Ekol an insgesamt 85 Standorten europaweit vertreten.

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